Sinnlos im Weltall - Warum mir Mass Effect 2 keinen Spaß gemacht hat

"Buuuh Buuuh! Der Prochnow mag Mass Effect 2 nicht!"

Da habt ihr recht. Weil Mass Effect 2 leider weniger taugt als Teil 1. Und erzählerisch auch kaum einen Höhepunkt erreicht.
Ich hatte mich sehr auf die Fortsetzung des ersten Teils gefreut. Am meisten hat mir die Dichte der Storyelemente, das entdecken des Universums, Spaß bereitet. Man lernt die einzelnen Völker Stück für Stück kennen, sammelt immer besser Waffen und Ausrüstungen. Das hat mich motiviert, genauso wie das Finale, das sich immer mehr zuspitzt. Mission für Mission kommt man den Reapern auf die Spur, von einer alten Tempelanlage der Protheaner zur Citadel zurück und ein riesiges Raumschiff zerstören! Großartig!

Was war da in Teil 2 los? Das Spiel besteht nur aus dem Upgraden der kleinen Auswahl von Waffen und der Normandy. Die Gegenstandssammelei entfällt komplett, macht das Erkunden von Planeten also nutzlos. Der Panzer kommt zwar bei ein paar netten, jedoch definitiv bei zu wenigen Missionen zum Einsatz.

Der Anfang ist nett inszeniert, Shepards Auferstehung und die neue Normandy, dennoch wirkt alles zu steril. Shephard selbst stellt sich kaum große Fragen. Man sollte meinen jemand der gestorben ist hätte ein paar mehr Fragen, würde sich über Leben und Tod Gedanken machen. Pustekuchen.

Genauso leblos und uninteressant sind die nachfolgenden Loyalitätsmissionen der Crew: ganze neun mal soll ich mich um die Probleme meiner Kameraden kümmern. Tue ich das nicht, besteht das Spiel nur aus einer kleinen Hand voll Missionen. Dazwischen sammle ich dann Mineralien von Planeten per Minispiel ein. Super.

Apropos Team: der coolste Charakter ist sicherlich Legion. Als man den Geth auf der Normandy einschaltet steht eine Wache dabei. Der Bordcomputer sichert sein System. Warum weckt man den so gefährlichen Kroganer alleine auf? Egal. Legion hat die Rüstung von Shephard an, das erkennt man mehr als deutlich. Nur leider tut das niemand der Crew. Noch nichteinmal Shepard. Da steht vor uns eine Maschine die offensichtlich Teile unseres alten Körpers assimiliert hat und es interessiert NIEMANDEN??? Unglaublich.

Und dann war da noch das Ende: nicht loyale Charaktere sterben einfach oder verhindern nicht, dass andere Charaktere sterben. Da zeigt sich das selbe Problem wie bei Dragon Age: Ich will das Spiel mit den Figuren spielen die ich mag und mich nicht durch Persönlichkeiten einschränken lassen. Vielfältige Charaktere finde ich super, auch dass durch meine Entscheidungen das Spiel unterschiedlich verläuft. Was ich aber nicht möchte ist ein Spiel mehrmals spielen zu müssen, nur damit ich ein befriedigendes Spielerlebnis habe. Denn man WILL kein einziges Team-Mitglied in der letzten Mission verlieren. Die Übrigens unglaublich enttäuschend ausfällt, einem Terminator die Augen rausschießen...Schluss. Gerade hier erwartet man mehr. eine plötzliche Wendung, neue spannende Aufträge, aber nichts passiert. Ich ahne schlimmes für Teil 3. Hoffentlich wird das kein Ego-Shooter, aber ich befürchte es fast. Dann aber bitte in gut!

Artikelinfo


Autor: Hendrik Prochnow
Datum: 12.2.2011

gamescom 2011

gamescom 2011
17.08.-21.08.

zum Special