Der Herr der Ringe Online - F2P und immernoch gut

Vor kurzem hat mich die Rollenspiellust wieder gepackt. Super, dass der Herr der Ringe Online gerade Free to Play geworden ist. Aber ach… womit will uns das Spiel denn fesseln? Einer spannenden Geschichte? Questbeschreibungen liest man sich nur durch, wenn das Töten von Orks das Aufklauben von Glitzersteinen oder Gespräche mit NPCs nichts bringen. Tolle Gegenständen? Die sehen doch überall gleich aus und früher oder später verliert man eh die Lust an dem immer gleichen Spielablauf.

Beim HdRO ist es nicht grundlegend anders, dennoch hat das Spiel einen besonderen Reiz, wenn man die Geschichte kennt. Die Spielwelt ist angereichert mit allem was sich in den Büchern finden lässt. Ob es die Brandyweins sind, an deren Pilzen sich Sam und Frodo bedient haben oder einfach nur Gandalfs Tabak mit dem man Rauchschiffe in die Luft pusten kann - es gibt immer etwas zu entdecken. Können denn auch Leute die Tolkiens Welt bis heute fern geblieben sind Spaß damit haben?
Grafik und Szenario sind zumindest anders als bei den meisten F2P Varianten eben nicht in quietschbunten Farben gehalten oder nach dem Schema "Du bist weiß, die sind Schwarz"-Schema gestrickt. Dabei wird HdRO trotzdem nicht zu düster, wie etwa Age of Conan, sondern bleibt in einer leicht bekömmlichen Mittelalter-Fantasy, wie wir sie aus Märchen kennen.
Zu den Quests: neben mittlerweile üblichen Instanzen gibt es auch diverse unterhaltsame Aufträge. So müssen wir im Auenland die Post austragen oder in Gestalt eines Huhnes Würmer für die Oberhenne besorgen, die das neue Futter des Bauern nicht mag. Die Standard Töte- und Sammle-Quests bleiben dennoch nicht aus, lassen sich aber durch farbliche Kennzeichnungen von lohnenden und unbrauchbar gewordenen Quests unterscheiden. Dies kommt vor allem dem Spieltempo zu gute: wir erledigen nur die Quests mit der größten Belohnung und steigen schnell eine Stufe nach der anderen auf.

Wie sich das Spiel finanziert erfahren wir recht früh im Spiel. Ein NPC gibt uns Turbine-Punkte, die Bezahlwährung im Spiel, die wir dann im Shop ausgeben sollen. Im Spiel erhalten wir ab und an einige dieser Punkte als Belohnungen für das Töten von z.B. 100 Wölfen im Auenland, können sie alternativ aber auch kaufen. Dabei kosten 500 Punkte in etwa 5 €. Abonnenten des Spiels erhalten monatlich 500 dieser Punkte gratis um sie für besondere Reittiere oder Handwerkszutaten auszugeben. Näheres zu den Bezahlmodellen findet ihr übrigens bei Codemasters. Das Herstellen von neuer Ausrüstung macht erstaunlich viel Spaß, vor allem wenn man im Spiel Freunde hat, die sich dafür nicht bezahlen lassen. Solisten müssen sich schnell Gilden anschließen, damit sie ihre gesammlten Rohstoffe weiterverarbeiten lassen können. Alternativ bleibt sonst nur das Auktionshaus, in dem wir unsere Zutaten versteigern lassen können und fehlendes Material teuer einkaufen müssen. Sobald man jedoch weiß was die Waren wert sind ist auch diese Form der Herstellung Lohnenswert, wenn sie auch mehr Zeit kostet.Gelegenheitsspieler kommen so auch auf ihre Kosten, jedoch verpassen diese die großartigen Scharmützel. Neben der normalen Geschichte und ihren Aufgaben lassen sich zusätzliche Instanzen spielen, in denen wir Punkte für besondere Gegenstände verdienen. In diesen Instanzen verteidigen wir wahlweise allein oder in der Gruppe eine Stadt, erobern einen Ort zurück und balgen uns dabei mit allerlei großen und kleinen Monstrositäten. Das macht Spaß, denn die Scharmützel sind nicht gerade einfach. Eine Einführungsquest kann man ab Stufe 20 absolvieren. In dieser erhaltet ihr auch euren ersten KI-Begleiter für die Schlacht, der rudimentär befehligt und verbessert werden kann.

Fazit: Das Spiel ist nach wie vor gut. Es spielt sich einigermaßen flott, dank gutem Questdesign und macht einen Heidenspaß in der Gruppe. Die Grafik ist hübsch und oft mit viel liebe zum Detail geschaffen, wechselnde Stimmungen durch Nebel, Rauch oder einfach der dunklen Präsenz eines besonders mächtigen Feindes unterstützen die Atmosphäre sehr gut. Die Levelgrenze fürs F2P haben wir noch nicht erreicht, bis Level 25 kann man aber gut und gerne 2 Wochen im Spiel verbringen - wenn man nicht ausschließlich levelt.

Artikelinfo


Autor: Hendrik Prochnow
Datum: 18.5.2011

gamescom 2011

gamescom 2011
17.08.-21.08.

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